Diskussion um ein Mahnmal für die verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden aus Neustadt a. Rbge.

Presseerklärung des Arbeitskreises Regionalgeschichte zur Kampagne des Neustädter Bürgermeisters Sommer gegen unseren Mitarbeiter Hubert Brieden

Ortsbürgermeister Sommer erzählt Märchen

Der Neustädter Ortsbürgermeister Sommer habe behauptet, so ist der Presse zu entnehmen (Neustädter Zeitung vom 1.3.2017), das Mahnmal für die ermordeten und vertriebenen Jüdinnen und Juden in Neustadt sei an der Frage des Standortes gescheitert und Hubert Brieden als Vertreter des Arbeitskreises Regionalgeschichte hätte sich gegen den Standort Erichsberg ausgesprochen.

Diese Behauptungen des Herrn Sommer sind falsch. Richtig ist vielmehr, dass das Bürgerkomitee Weiße Rose, in dem unter anderen Hubert Brieden als Mitarbeiter des Arbeitskreis Regionalgeschichte und auch ein Vertreter der Stadtverwaltung mitarbeitete, zwei mögliche Standorte vorschlug: den Posthof und eine Grünfläche am Erichsberg. Zwar favorisierte das Bürgerkomitee aus historischen Gründen den Posthof. Beide Standorte wären aber für alle Beteiligten akzeptabel gewesen. Das Bürgerkomitee bat die Stadt Neustadt und Bürgermeister Sommer daher bereits 2010 schriftlich, einen der beiden Standorte zu beschließen. Doch diese Entscheidung blieb aus.

Im Neustädter Ortsrat wurde am 1.2.2017 vorgeschlagen, das Mahnmal neben den Kriegerdenkmalen an der Suttorfer Straße zu errichten. Dieser Vorschlag war schon für das Bürgerkomitee Weiße Rose inakzeptabel, ebenso für den Arbeitskreis Regionalgeschichte. Der Grund: Es wäre eine Verhöhnung der Neustädter Opfer des Rassenwahns, ein Mahnmal für ihr Leiden neben einer Gedenkstätte für Angehörige der Wehrmacht zu errichten, einer militärischen Formation des NS-Regimes, die am Holocaust beteiligt war.

Das Mahnmal scheiterte bislang daran, dass der Ortsrat diesem zwar formal zustimmte, aber keine Entscheidung über den Standort traf und ausdrücklich immer wieder betonte, dass er nicht beabsichtige, sich finanziell zu beteiligen. Ein Mahnmal zu beschließen, ohne es finanziell abzusichern, ist unernsthaft. Nach 8 Jahren Diskussion um das Mahnmal hat der Ortsrat nun erstmals 1700 € zur Verfügung gestellt. Das reicht nicht mal ansatzweise. Ob das notwendige Geld für das Mahnmal jemals zusammenkommt, steht immer noch in den Sternen.

Aus diesem Grunde engagieren sich nach wie vor viele Neustädterinnen und Neustädter für die weitere Verlegung von Stolpersteinen.

Neustadt a. Rbge., 5.3.2017

Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V.