Forschungsprojekt Judenverfolgung

Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Neustadt am Rübenberge zwischen 1933 und 1945

Esperke:

Minna Hesse, *5.4.1879 in Hamburg. Lebte in „Mischehe“ und wurde daher erst am 19.2.1945 wie Else Fritsche aus Neustadt und Bernhard Weissner aus Suttorf nach Hannover und von dort am 25.2.1945 ins KZ Theresienstadt deportiert. Ob sie überlebte ist unbekannt.

Hagen:

Arnold Samuel, *10.6.1880 in Rodewald. Verheiratet mit Johanna Samuel. Kinder: Heinz, Paul und Fränzi (Fanni). Schlachter und Händler in Hagen (Kreis Neustadt). Letzte Adresse: Hagener Str. 79. Das Wohnhaus Hagener Straße 79 wurde 1911/12 gebaut. Wirtschaftsboykott und Diskriminierungen trafen auch die Schlachterei Samuel, so dass das Haus 1937 verkauft werden musste. Die Streichung aus der Handwerksrolle machte die weitere Ausübung des Berufes endgültig unmöglich. 22.12.1937: Umzug nach Hannover, Große Duvenstr. 7. Weitere Umzüge: 18.11.1939 Fernroder Str. 17; 4.9.1941: „Judenhaus“ Ohestr. 8/9. Am 15.12.1941 zusammen mit seiner Frau Johanna, seinem Sohn Heinz sowie der Schwester seiner Frau, Ella, Deportation nach Riga (Ghetto). Ermordet durch Gaswagen oder Erschießung im Februar 1942 („Aktion Dünamünde“). Ella kam erst kurz vor der Befreiung im Oktober 1944 um. Die Tochter Fränzi zog bereits in den 1920er Jahren aus Hagen fort, emigrierte 1939 nach Schottland, wo sie 1939 starb.

Frieda Samuel (geb. Denecke), *11.8.1908 in Neustadt. Verheiratet mit Paul Samuel. Auch sie als „arischer“ Teil der „Mischehe“ wurde 1935 in die Erfassungsliste für Juden des Hagener Bürgermeisters aufgenommen. Ab 1936 mit ihrer Familie in Hannover. Ab November 1943 interniert im „Judenhaus“ Ahlem, wo sie, seit der Verhaftung ihres Mannes durch die Gestapo im November 1944, allein mit vier Kindern den Krieg überlebte.

Heinz Samuel, *23.3.1908 in Hagen/Neustadt. Schlachter, Händler. Wohnte in Neustadt und zog am 12.4.1937 zu seinen Verwandten nach Hagen im Landkreis Neustadt. Später Umzug nach Hannover, wo er zuletzt mit seinen Eltern im „Judenhaus“, Ohestraße 8/9 wohnte. Am 15.12.1941 wurde er mit seinen Eltern nach Riga deportiert. Aus dem Getto wurde er zum Bau des Konzentrationslagers Salapils abkommandiert, wo er im Februar oder März 1942 erhängt wurde.

Johanna Samuel (geb. Levi-Deichmann), *28.12.1874 in Achim. Frau von Arnold Samuel. Kinder: siehe Arnold Samuel. Letzte Hagener Adresse: Hagener Str. 79. Am 22.12.1937 zog sie zusammen mit ihrem Mann nach Hannover, Große Duvenstr. 7. Weitere Umzüge: 18.11.1939: Fernroder Str. 17; 4.9.1941 „Judenhaus“ Ohestr. 8/9. Am 15.12.1941 zusammen mit ihrem Mann Arnold, ihrem Sohn Heinz sowie ihrer Schwester Ella deportiert nach Riga. Ermordet durch Gaswagen oder Erschießung im Februar 1942 („Aktion Dünamünde“).

Paul Samuel, *12.12.1905 in Rodewald. Sohn von Johanna und Arnold Samuel. Bruder von Fränzi (nach Glasgow emigriert) und Heinz. Verheiratet mit Frieda Samuel. Schlachter. Letzte Neustadt-Hagener Adresse: Hagener Str. 79. Lebte in „Mischehe“. Wohnte seit 1936 in Hannover, zunächst Hindenburgstr. 16. Ab November 1943 zusammen mit der Familie interniert im „Judenhaus“ Ahlem. 27.11.1944 inhaftiert im Gestapo-Gefängnis Ahlem, von wo er am 5.2.1945 abtransportiert wird. Am 16.2.1945 Einlieferung ins KZ Buchenwald. Am 7.3.1945 Transport in ein Außenlager des KZ Natzweiler im Elsass („Unternehmen Wüste“). Schließlich Deportation ins KZ Dachau, wo er am 29.4.1945 befreit wurde. Kehrte nach Hagen zurück.

Neustadt am Rübenberge:

Johanna Behrens (geb. Freudenberg), *20.3.1859 in Neutershausen. In Neustadt seit 1889, verheiratet mit Moritz Behrens. Letzte Neustädter Adresse: Rondeel 2. Nach der Vertreibung aus der Wohnung in der Pogromnacht meldete sie sich gemeinsam mit ihrem Mann am 21.12.1938 nach Hannover, Klagesmarkt 7, ab. Möglicherweise starb sie in Hannover vor der Deportation.

Moritz Behrens, *26.6.1863 in Hoya. In Neustadt seit 1889, verheiratet mit Johanna Behrens. Letzte Neustädter Adresse: Rondeel 2. Händler für Kleinvieh und Altmetalle. Mitglied der Synagogengemeinde. Nach der Zwangsräumung der Wohnung in der Pogromnacht meldete er sich mit seiner Frau nach Hannover, Klagesmarkt 7, ab. Am 23.7.1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er am 23.10.1942 starb.

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Edith und Günter Birkenruth auf einem Kindergartenfoto von etwa 1930/31

Edith Birkenruth, *25.2.1926 in Neustadt. Tochter von Johanna und Hermann Birkenruth. Letzte Neustädter Adresse: Wallstraße 3. Emigrierte am 5.1.1939 oder am 22.7.1939 nach England, später in die USA.

Günter Birkenruth, *29.7.1927 in Neustadt. Sohn von Johanna und Hermann Birkenruth. Letze Neustädter Adresse: Wallstraße 3. Emigrierte am 5.1.1939 oder am 22.7.1939 nach England, später in die USA.

Hermann Birkenruth, *15.2.1890 in Neustadt. Verheiratet mit Johanna Birkenruth. Letze Neustädter Adresse: Wallstraße 3. Händler für Altprodukte u.a. Mitglied der Synagogengemeinde. Wurde während der Pogromnacht verhaftet, ins Polizeigefängnis Hannover und von dort höchstwahrscheinlich in KZ Buchenwald gebracht. Emigrierte mit seiner Frau am 22.7.1939 nach England, später in die USA.

Johanna Birkenruth (geb. Meyer), *27.4.1898 in Mauswinkel. Seit dem 20.12.1920 verheiratet mit Hermann Birkenruth. Letzte Neustädter Adresse: Wallstraße 3. Emigrierte am 22.7.1939 mit ihrem Mann nach England, später in die USA. Sie starb im Juli 1975 in New Castle/Delaware. Verwandte der Familie Birkenruth aus Rehburg wurden deportiert und ermordet.

Else Fritsche (geb. Behrens), *31.12.1891 in Neustadt. Verheiratet mit Alfred Fritsche, zwei Töchter. Adresse: Mittelstraße 1. Lebte in „Mischehe“ und wurde daher erst am 19.2.1945 wie Minna Hesse aus Esperke und Bernhard Weissner aus Suttorf ins KZ Theresienstadt deportiert. Überlebte und kehrte nach der Befreiung nach Neustadt züruck.

Irmgard Fritsche, *7.8.1919 in Neustadt. Tochter des Ehepaars Fritsche und als „Judenmischling“ diskriminiert. Wegen des Einmarsches der Alliierten wurde sie nicht mehr deportiert.

Vera Fritsche, *15.2.1922 in Neustadt. Tochter des Ehepaars Fritsche und als „Judenmischling“ diskriminiert. Wegen des Einmarsches der Alliierten wurde sie nicht mehr deportiert.

Kurt Hünerberg, *24.1.1924 in Neustadt. Sohn von Martha Hünerberg. Letzte Neustädter Adresse: Nienburger Str. 2. Nach der Plünderung der Wohnung in der Pogromnacht fand er zusammen mit seiner Mutter zunächst Zuflucht bei Verwandten in Schötmar/Lippe. Seit dem 18.4.1939 lebte er mit seiner Mutter in Hannover, Am Taubenfelde 30. Vermutlich wurde er zusammen mit seiner Mutter am 31.3.1942 nach Warschau deportiert und von dort ins Vernichtungslager Treblinka verschleppt, wo er verschollen ist.

Martha Hünerberg (geb. Ansbacher), *3.12.1884 in Achim. In Neustadt seit 1907, lebte zuletzt allein mit ihrem Sohn Kurt. Letzte Neustädter Adresse: Nienburger Str. 2. Nach der Plünderung der Wohnung lebte sie zunächst mit ihrem Sohn in Schötmar/Lippe. Seit dem 18.4.1939 lebte sie mit ihrem Sohn in Hannover, Am Taubenfelde 30. Vermutlich wurde sie zusammen mit ihrem Sohn am 31.3.1942 nach Warschau deportiert. Sie starb mit unbekanntem Datum im Warschauer Ghetto.

Ernst Jacobsohn, *29.5.1876 in Friedland. Verheiratet mit Minna Jacobsohn, Kinder: Kurt und Ilse. Letzte Neustädter Adresse (Zeitzeugenaussage): Neue Straße. Laut Zeitzeugenaussage Händler für Felle. Emigrierte am 10.9.1935 mit seiner Frau Minna und seiner Tochter Ilse nach Amsterdam/Niederlande, Vrolikstraat 100. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in den Niederlanden ins Durchgangslager Westerbork verschleppt. Am 30.3.1943 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo er am 2.4.1943 ermordet wurde.

Herbert Jacobsohn, *5.10.1908, Ort unbekannt. Am 17.6.1933 nach Hannover-Herrenhausen abgemeldet, weiteres Schicksal unbekannt.

Ilse Jacobsohn, *7.5.1924 in Neustadt. Schwester von Kurt Jacobsohn. Emigrierte zusammen mit ihren Eltern Ernst und Minna Jacobsohn am 10.9.1935 nach Amsterdam/Niederlande. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Niederlande ins Durchgangslager Westerbork verschleppt. Von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie am 30.9.1942 ermordet wurde.

Kurt Jacobsohn, * 28.12.1912, Ort unbekannt. Sohn von Ernst und Minna Jacobsohn, älterer Bruder von Ilse Jacobsohn. Am 20.3.1936 Emigration in die Niederlande, weiteres Schicksal unbekannt.

Minna Jacobsohn (geb. Löwenthal), *2.2.1882 in Duderstadt. Verheiratet mit Ernst Jacobsohn, Kinder: Kurt und Ilse. Emigrierte am 10.9.1935 zusammen mit ihrem Mann Ernst und ihrer Tochter Ilse nach Amsterdam/Niederlande. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Niederlande ins Durchgangslager Westerbork verschleppt. Von dort wurde sie zusammen mit ihrem Mann nach Sobibor deportiert und am 2.4.1943 ermordet.

Siegfried Katz, *3.1.1913 in Heimbach. Lebte seit 1927 in Neustadt und arbeitete als Handlungsgehilfe und Kaufmann. Adresse unbekannt. Verzog am 30.9.1937 nach Heimbach (Melsungen). Weiteres Schicksal unbekannt.

Ruth Lesser, *19.5.1921, Ort unbekannt. Letzte Neustädter Adresse: Nienburger Str. 2. Verzog am 9.11.1935 nach Hamburg. Weiteres Schicksal unbekannt.

Erich Meinrath, *19.11.1882 in Neustadt. Verheiratet mit Gertrud Meinrath. Letzte Neustädter Adresse: Leinstraße 51. Beruf: Schlachter. Geschäft vor 1938 „arisiert“. Mitglied der Synagogengemeinde. Wurde am 9.11.1938 in der Pogromnacht verhaftet und von Hannover höchstwahrscheinlich ins KZ Buchenwald verschleppt. Nach seiner Entlassung lebte er in Hannover, Lützowstraße 3 („Judenhaus“). Am 15.12.1941 wurde er nach Riga deportiert, wo er verschollen ist.

Gertrud Meinrath (geb. Wertheim), *21.9.1887 in Pattensen. Verheiratet mit Erich Meinrath, lebte seit 1908 in Neustadt. Letzte Adresse: Leinstraße 51. Nach der Pogromnacht Umzug nach Hannover, Lützowstraße 3 („Judenhaus“). Am 15.12.1941 wurde sie nach Riga deportiert und ist dort verschollen.

Hedwig Meinrath, *22.2.1910 in Neustadt. Verkäuferin. Verzog am 14.11.1933 nach Hannover, Lange Straße 49, später Emmerberge 31 („Judenhaus“). Wurde am 15.12.1941 nach Riga deportiert, später ins KZ Stutthof bei Danzig und ist dort verschollen.

Jenny Meinrath, (geb. Lehmann), *7.8.1875 in Ahrensburg, Witwe, Mutter von Otto und Walter Meinrath. Letzte Neustädter Adresse: Zwischen den Brücken 1. Lederhandel, eigenes Geschäft. Emigrierte am 11.3.1939 nach Sao Paulo/Brasilien.

Otto Meinrath, *13.8.1900 in Neustadt. Bruder von Walter Meinrath. Bankier, eigenes Geschäft. Letzte Neustädter Adresse: Zwischen den Brücken 1. Mitglied der Synagogengemeinde. Wurde am 9.11.1938 in der Pogromnacht verhaftet, von Hannover höchstwahrscheinlich ins KZ Buchenwald verschleppt. Seine Bank wurde vom Bankhaus Baebenroth übernommen. Er emigrierte am 11.3.1939 über die Niederlande nach Sao Paulo/Brasilien.

Walter Meinrath, *22.9.1901 in Neustadt. Bruder von Otto Meinrath. Beruf: Reisender. Letzte Neustädter Adresse: Zwischen den Brücken 1. Verzog am 3.3.1935 nach Osnabrück. Später Emigration nach Sao Paulo/Brasilien.

Todesanzeige in der Leine-Zeitung vom 30.9.2006
Todesanzeige in der Leine-Zeitung vom 30.9.2006

Kurt Leopold Rosenbaum, *16.8.1920 in Neustadt. Sohn von Paula und Leopold Rosenbaum. Verzog am 1.4.1935 nach Achim bei Bremen, später nach Bremen, Bahnhofstraße 16. Als einziges Mitglied der Familie Rosenbaum am 25.3.1939 nach Ecuador emigriert. Lebte später in Kolumbien und starb am 26.8.2006 in Bogota.

Leopold Rosenbaum, 12.11.1878 in Hannover. Verheiratet mit Paula Rosenbaum, zwei Kinder: Lotti und Kurt Leopold. In Neustadt seit 1911, letzte Neustädter Adresse: Marktstraße 14. Kaufmann, Schuhgeschäft. Mitglied der Synagogengemeinde. Verzog am 13.11.1935 nach Bremen, Bahnhofsplatz 16, wo er eine Gaststätte betrieb. Während der Pogromnacht wurde er in Bremen verhaftet und musste nach seiner Freilassung in die General-Ludendorff-Straße 27 („Judenhaus“) umziehen. Am 17.11.1941 wurde er zusammen mit Frau und Tochter aus Bremen deportiert und am 28.7.1942 in Minsk ermordet.

Lotti Rosenbaum, *11.2.1915 in Neustadt. Tochter von Paula und Leopold Rosenbaum. Letzte Neustädter Adresse: Marktstraße 14. Verzog am 13.11.1935 zusammen mit den Eltern nach Bremen, Bahnhofstraße 16, später Umzug in die General-Ludendorff-Straße 27 („Judenhaus“). Wurde zusammen mit den Eltern am 17.11.1941 deportiert und am 28.7.1942 in Minsk ermordet.

Paula Rosenbaum (geb. Nathan), *21.7.1884 in Rendsburg. Verheiratet mit Leopold Rosenbaum, zwei Kinder: Lotti und Kurt Leopold. Letzte Neustädter Adresse Marktstraße 14. Verzog am 13.11.1935 mit Mann und Tochter nach Bremen, Bahnhofstraße 16, später Umzug in die General-Ludendorf-Straße 27 („Judenhaus“). Wurde zusammen mit Mann und Tochter am 28.7.1942 in Minsk ermordet.

Fritz Rosenberg, 12.2.1908, Ort unbekannt. Letzte bekannte Neustädter Adresse: Leinstraße 11. Am 6.4.1936 mit unbekanntem Ziel aus Neustadt verzogen, weiteres Schicksal unbekannt.

Ida Rosenberg und ihre Tochter Sophie
Ida Rosenberg und ihre Tochter Sophie

Ida Rosenberg (geb. Sternheim), *6.6.1866 in Neustadt. Witwe, Schwester von Helene Sternheim. Putzmacherein. Letzte Neustädter Adresse unbekannt. Zog zusammen mit ihrer Schwester am 6.10.1938 zur Familie ihrer Tochter Sophie Lehman nach Barsinghausen, Bahnhofstraße 19. Zuletzt war sie im „Judenhaus“, Kaltenbornstraße 3 gemeldet. Am 20.7.1942 wurde sie zunächst nach Hannover und von dort 3 Tage später ins KZ Theresienstadt deportiert, wo sie am 24.6.1944 starb. Die gesamte Familie der Tochter wurde ermordet: Sophie Lehmann und ihre Töchter Hilde und Lore in Auschwitz, Siegfried Lehmann in Theresienstadt, der Sohn Walter in Dachau).

Elfriede Rosenstein, (geb. Sondermann), *14.12.1896 in Horn/Lippe. Verheiratet mit Iwan Rosenstein. Seit 1923 in Neustadt, letzte Neustädter Adresse: Scharnhorststraße 2 (Haus von Leopold Schloss; heute: Theodor-Heuss-Straße). Verzog am 22.9.1936 nach Hamburg, Haynstraße 8. Am 25.10.1941 wurde sie nach Lodz deportiert, wo sie verschollen ist.

Emmy Rosenstein, *19.1.1878 in Neustadt, ledig. Letzte Neustädter Adresse: Nienburger Straße 1. Schneiderin, eigene Werkstatt und eigenes Geschäft zusammen mit ihrer Schwester Martha Rosenstein. Das Geschäft wurde 1935 „arisiert“. Die beiden Schwestern zogen am 12.12.1935 nach Hamburg, Bogenstraße 5, später Bundesstraße 35c. Am 6.12.1941 wurden sie zusammen nach Riga deportiert, wo sie verschollen sind.

Iwan Rosenstein, *16.6.1894 in Hannover, verheiratet mit Elfriede Rosenstein. Seit 1894 in Neustadt, letzte Neustädter Adresse: Scharnhorststraße 2 (Haus von Leopold Schloss; heute Theodor-Heuss-Straße). Viehhändler. Mitglied der Synagogengemeinde. Verzog 1936 nach Hamburg. Am 25.10.1941 wurde er nach Lodz deportiert und ist dort verschollen.

Käthe Rosenstein, *10.5.1881 in Neustadt, ledig. Letzte bekannte Neustädter Adresse: Marktstraße 17. Im April 1937 wurden ihr die Fensterscheiben eingeworfen. Verzog am 3.3.1837 nach Hannover, Fundstraße 10, später Brabeckstraße 86 („Judenhaus“). Am 15.12.1941 wurde sie nach Riga deportiert, wo sie verschollen ist.

Martha Rosenstein, *24.5.1876 in Neustadt, ledig. Letzte Neustädter Adresse: Nienburger Straße 1. Kauffrau, eigenes Geschäft für Kurz-, Weiß- und Wollwaren, das sie zusammen mit ihrer Schwester Emmy Rosenstein betrieb. Das Geschäft wurde 1935 „arisiert“. Verzog mit ihrer Schwester am 15.12.1935 nach Hamburg, Bogenstraße 5, später Bundesstraße 35c. Wurde am 6.12.1941 zusammen mit Emmy nach Riga deportiert, wo sie verschollen ist.

Irma Rosenstein (geb. Lissauer), *17.2.1896, Ort unbekannt. Umzug nach Hamburg (?), verschollen in Lodz. Daten sind unsicher, da Angaben in verschiedenen Erfassungslisten sich widersprechen oder nicht eindeutig sind.

Heinz Samuel, *23.3.1908 in Hagen/Neustadt. Schlachter, Händler. Verzog am 12.4.1937 zu seinen Verwandten nach Hagen im Landkreis Neustadt, später nach Hannover, wo er zuletzt im „Judenhaus“, Ohestraße 8/9, wohnte. Am 15.12.1941 wurde er nach Riga deportiert, wo er im Februar 1942 ermordet wurde. (Weitere Daten unter Neustadt-Hagen!)

Hedwig Schloss (geb. Blumenthal), *31.8.1879 in Pattensen, verheiratet mit Leopold Schloss. Seit 1906 in Neustadt. Letzte Neustädter Adresse: Scharnhorststraße 2 (heute: Theodor-Heuss-Straße). Weiteres Schicksal unbekannt.

Leopold Schloss, *16.8.1881 in Allendorf. In Neustadt seit 1919. Letzte Neustädter Adresse: Scharnhorststraße 2 (heute: Theodor-Heuss-Straße). Wein- und Spirituosenhandlung, die vor August 1938 aufgegeben wurde. Mitglied der Synagogengemeinde. Weiteres Schicksal unbekannt.

Max Schürmann, *28.3.1910 in Hannover, ledig. Kaufmann, kein eigenes Geschäft. Schicksal unbekannt.

Anneliese Steinberg
Anneliese Steinberg

Anneliese Steinberg, *14.1.1912 in Neustadt. Tochter von Leo und Marianne und Schwester von Willi Steinberg. (Willi, der behindert war, wurde bereits am 7.8.1929 nach Hannover abgemeldet). Letzte Neustädter Adresse: Marktsstraße 10. Die Familie zog am 4.12.1937 zunächst nach Hamburg, Woldsenweg 7, und emigrierte (mit Willi) 1940 über China nach Palästina. Lebte bis Anfang der 1950er Jahre in Israel und emigrierte dann in die USA. Gestorben am 18.10.1983 in New York.

Leo Steinberg
Leo Steinberg

Leo Steinberg, Kaufmann. *6.7.1872 in Neustadt. Verheiratet mit Marianne Steinberg, Tochter: Anneliese. Letzte Neustädter Adresse: Marktstraße 10. Kaufmann für Damen- und Herrenbekleidung. Das Geschäft wurde 1937, das Haus- und Geschäftsgrundstück 1940/41 „arisiert“. Die Familie zog am 4.12.1937 zunächst nach Hamburg, Woldsenweg 7, und emigrierte 1940 (mit Willi) über China nach Palästina. Lebte bis Anfang der 1950er Jahre in Israel und emigrierte dann in die USA. Gestorben am 8.4.1963 in New York.

Marianne Steinberg
Marianne Steinberg

Marianne Steinberg (geb. Schulenklopper), *28.10.1896 in Norden, verheiratet mit Leo Steinberg, Tochter: Anneliese. Letzte Neustädter Adresse: Marktstraße 10. Die Familie zog am 4.12.1937 zunächst nach Hamburg, Woldsenweg 7, und emigrierte (mit Willi) 1940 über China nach Palästina. Lebte bis Anfang der 1950er Jahre in Israel und emigrierte dann in die USA. Starb vor ihrem Mann, genaues Datum unbekannt.

Helene Sternheim, *28.6.1864 in Neustadt, ledig, Schwester von Ida Rosenberg. Putzmacherin und Kauffrau, Das Geschäft für Modewaren wurde 1938 arisiert. Letzte Neustädter Adresse: Leinstraße 11. Verzog am 6.10.1938 zusammen mit ihrer Schwester zur Familie von deren Tochter nach Barsinghausen, Bahnhofstraße 19, später in die Kaltenbornstraße 3 („Judenhaus“). Am 20.7.1942 wurde sie zusammen mit ihren Verwandten nach Hannover und von dort drei Tage später nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 1.8.1943 starb. Informationen zum Schicksal der Angehörigen siehe Ida Rosenberg.

Albert Wildau, *22.12.1887 in Schmechten. Letzte bekannte Neustädter Adresse: Wallstraße 3. Verzog am 5.11.1938 nach Warmsen/Nienburg, dann nach Hannover, Bergstraße 8 („Judenhaus“). Am 5.12.1941 wurde er nach Riga deportiert, wo er verschollen ist.

Weiter waren von den Verfolgungsmaßnahmen in Neustadt betroffen:

Magnus Lehmann, *19.5.1885 in Ahrensburg/Holstein. Wohnte in Ahrensburg und war während der Pogromnacht zu Besuch bei Otto und Jenny Meinrath. Wurde zusammen mit Otti Meinrath verhaftet und über Hannover höchstwahrscheinlich ins KZ Buchenwald verschleppt. Er ist später in Minsk verschollen.

Erna Marcus, *3.6.1883 in Ahrensburg/Holstein. Wohnte in Hamburg, Isestraße 9 und war im Dezember 1935 vermutlich zu Besuch bei Jenny und Otto Meinrath, wo sie von den Behörden registriert wurde. Weiteres Schicksal unbekannt.

Suttorf:

Weissner, Bernhard, *14.6.1887 in Kassel. Lebte in „Mischehe“ und wurde daher erst am 19.2.1945 wie Else Fritsche aus Neustadt und Minna Hesse aus Esperke nach Hannover und von dort am 25.2.1945 ins KZ Theresienstadt deportiert. Ob er überlebte ist unbekannt.


(aus: Brieden, Hubert: “Das jüdische Gebetshaus wurde geschlossen”, Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung einer Minderheit in Neustadt am Rübenberge, Neustadt 2007)