Veranstaltungen

” Besonders stark brennt das Judenviertel …”

Der Angriff auf Polen, die deutsche Luftwaffe und der Holocaust

Illustrierter Vortrag von Hubert Brieden

Mit dem Angriff auf Polen begann der Zweite Weltkrieg. Wesentlichen Anteil am Erfolg dieses ersten „Blitzkrieges“ hatte die Luftwaffe, die ihr Handwerk unter Kriegsbedingungen während des Spanischen Bürgerkrieges perfektioniert hatte. Auch Bomberbesatzungen des Kampfgeschwaders Boelcke von den Fliegerhorsten Wunstorf, Langenhagen und Delmenhorst-Adelheide hatten als Bestandteil der Legion Condor Luftangriffe gegen republikanische Städte auf der iberischen Halbinsel geflogen, darunter den auf die Stadt Guernica.

Am 1. September 1939 starteten die Flieger zum Angriff auf Polen. Neben militärischen Zielen wurden auch Wohnviertel bombardiert. Doch nicht nur das: Am 13.9. flogen deutsche Bombereinheiten einen Angriff gegen das jüdische Viertel in Warschau. Sie orientierten sich an Luftbildern, auf denen die jüdischen Wohngebiete besonders markiert waren. Nach dem Abwurf von Brandbomben und Brandtanks standen ganze Straßenzüge des jüdischen Viertels in Flammen. Auch das Kampfgeschwader Boelcke war an ähnlichen Angriffen auf „Judenstädte“ beteiligt. Bis heute wird dieses Kapitel der Militärgeschichte – die Beteiligung der Luftwaffe an der Judenvernichtung – weitgehend verschwiegen.

Mittwoch 24.3.2020, 19.30 Uhr,

VHS Hannover-Land, Veranstaltungszentrum Leinepark, Suttorfer Str. 8, Raum 7

Veranstaltung fällt wegen Schließung der VHS Hannover-Land auf Grund der Coronapandemie aus. Ein Ersatztermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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26. April – Jahrestag eines Luftkriegsverbrechens

Exkursion nach Gernika / Guernica ins spanische Baskenland

Am 26. April 1937 wurde die baskische Stadt Guernica / Gernika durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges fast vollständig vernichtet. Dieses Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus. Pablo Picasso schuf unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.

Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst-Adelheide im Traditionsgeschwader Boelcke ausgebildet worden. Der Fliegerhorst Wunstorf war einer der wichtigsten Flugplätze für die Ausbildung der Bombereinheiten der Legion Condor.

Seit den 1980er Jahren pflegt der Arbeitskreis Regionalgeschichte Kontakte zu den Menschen in Gernika und wird auch im Jahre 2020 wieder eine Exkursion in die baskische Stadt organisieren, um an den dortigen Gedenkfeierlichkeiten teilzunehmen.

In der Garnisonsstadt Wunstorf dagegen wird jegliches öffentliche Gedenken an das Kriegsverbrechen verhindert. Die immer wieder geforderte Umbenennung der Oswald-Boelcke-Straße – während der NS-Diktatur benannt zu Ehren des Traditionsgeschwaders Boelcke – war bislang nicht möglich.

Gernika, 20. – 27. April  2020

Veranstaltung fällt wegen Schließung der VHS Hannover-Land auf Grund der Coronapandemie aus. Ein Ersatztermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Veranstaltung fällt wegen der Coronapandemie aus. Ein Ersatztermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Ein Herz für Neustadt“ und

Neustadt am Rübenberge – Geschichte in Fotografien“

Ausstellung

2015 feierte die Stadt Neustadt a. Rbge. 800 jähriges Stadtjubiläum. Das Interesse und Beteiligung von Bürgern der Stadt und den umliegenden Dörfern war groß und vielseitig. Neben vielen Aktionen gab es ein Kunstobjekt mit dem Titel „Ein Herz für Neustadt“ von Kerstin Faust, das bei den Leuten sehr gut ankam. Es sind über 800 Fotos von Neustädtern und Neustädterinnen mit Herzbilderrahmen entstanden, die dann in einem Kunstobjekt ihren Platz gefunden haben.

5 Jahre später wollen wir an das Stadtjubiläum erinnern und das Kunstobjekt “Ein Herz für Neustadt“ noch einmal rekonstruieren und aufbauen. Der Herzrahmen soll auch wieder dabei sein. Wer will, kann dann noch einmal für ein eigenes Foto posieren.

Es war aber nicht nur ein Jahr des Feierns, sondern auch der historischen Rückblicke auf eine wechselvolle Stadtgeschichte an den die Neustädter großes Interesse hatten. Das zeigte sich am Fotobuch „Neustadt am Rübenberge – Geschichte in Fotografien“ das seit Jahren vergriffen ist und nun aktualisiert und als dritte Auflage erscheinen soll. Eine Auswahl von historischen Fotografien wird als Ausstellung zu sehen sein.

Ein neuer Termin wird bald bekannt gegeben.

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Jüdisches Leben in Neustadt am Rübenberge

– Stadtrundgang –

Seit Jahrhunderten wurden jüdische Menschen aus der christlich dominierten Gesellschaft ausgegrenzt. Im 19. Jahrhundert forderten Antisemiten, Juden im Alltagsleben zu diskriminieren, ihnen die Staatsbürgerschaft zu entziehen und sie zu vertreiben. Die Nazis setzten das alles in die Tat um und ermordeten schließlich 6 Millionen Jüdinnen und Juden in Europa. Auch die jüdische Gemeinde in Neustadt a. Rbge. wurde vernichtet. Dennoch sind heute noch Häuser in Neustadt zu finden, in denen jüdische Familien lebten und arbeiteten. Es gibt Gebäude, Straßen und Plätze, die für die Geschichte der traditionsreichen jüdischen Gemeinde von besonderer Bedeutung waren. Darüber hinaus spiegelt sich im Straßenbild ein mehr als dreißigjähriger Diskurs um das öffentliche Gedenken an die Vertriebenen und Ermordeten.

Sonntag, 14.6.2020, 11 Uhr: Zwischen den Brücken,

Mahnmal für die Opfer des Holocaust, Neustadt a. Rbge., Zwischen den Brücken

Veranstaltung fällt wegen der Coronapandemie aus. Ein Ersatztermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Heimat der Torffräsen – Rund um das Tote Moor

Radtour zur Sozialgeschichte, ca. 30 km, ca. 4 Stunden

Das Steinhuder Meer und gelegentlich das Tote Moor sind bekannt als Rückzugsgebiete für selten gewordenen gewordene Tiere und Pflanzen. Obwohl Teile des Toten Moores inzwischen unter Naturschutz stehen, geht die industrielle Zerstörung dieser ungewöhnlichen Landschaft weiter, die Torffräsen bleiben in Betrieb.

Auf der Radtour geht es um die Entstehung von Moor und Steinhuder Meer, um die Konflikte zwischen Umweltschutz und industriellem Torfabbau, um die schwere Arbeit von Moorbauern, Torfstechern, Kriegsgefangenen und um ein längst vergessenes Hüttenwerk. Eine Radtour durch eines der interessantesten Kapitel der Sozialgeschichte in der Region Hannover.

Die Radtour ist auch von Nichtsportlern zu schaffen. Bei Bedarf werden Pausen eingelegt.

Sonntag, 19. Juli 2020

Abfahrt: 10 Uhr, Neustadt a. Rbge., Bahnhof/ZOB

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Veranstaltungsflyer als pdf-Datei