Presseerklärung des Arbeitskreises Regionalgeschichte zu Leserbriefen in der Neustädter Zeitung
Es ist nicht weiter verwunderlich, das rechte militäraffine Leserbriefschreiber sich über die Aktivitäten der Friedensinitiative echauffieren. Inzwischen muss konstatiert werden, dass einige Protagonisten aus diesem Milieu – zu sachlicher Kritik offensichtlich nicht in der Lage – der Friedensinitiative mit offener Gewalt drohen. So bezichtigt ein Ingo Jugel (NZ 4.7.2026) die Friedensinitiative, sie sei die „‘fünfte Kolonne’ eines Despoten in Moskau“ – was heißen soll, sie mache sich der Feindbegünstigung schuldig. Der Begriff „fünfte Kolonne“ wurde im Spanischen Bürgerkrieg erstmals von rechtsradikalen putschenden Militärs verwandt und diente zu allen Zeiten dazu, jegliche Opposition im Innern zu bekämpfen. Was macht man mit der „fünften Kolonne“?
Die Antwort weiß Leserbriefschreiber Heinrich v. d. Lieth (NZ 18.7.2026): „In Kiew oder Butscha würde ihnen eine Tracht Prügel drohen.“ Offensichtlich bedauert er, dass die Verhältnisse hier noch nicht so sind wie in der Ukraine, anscheinend sein Traumstaat, in der es eine nennenswerte Opposition nicht mehr gibt und Denkmäler für Tatbeteiligte am Holocaust errichtet werden.
Der Arbeitskreis Regionalgeschichte, dessen Mitarbeiter*innen in der Vergangenheit ebenfalls von Gewaltdrohungen rechter Täter betroffen waren, solidarisiert sich uneingeschränkt mit der Friedensinitiative, wird sie in allen ihren publizistischen und juristischen Schritten unterstützen.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung muss gegen alle Gewaltdrohungen verteidigt werden.
Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V., 19.7.2026
Hubert Brieden
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Dokumentation:
Androhung von Prügeln gegen die Friedensinitiative Neustadt/Wunstorf?
Presseerklärung der Friedensinitiative Neustadt/Wunstorf zum Leserbrief Lieth in der Neustädter Zeitung (NZ) v. 18.7.2026
Am 18.7.2026 veröffentlicht die NZ einen Leserbrief von Heinrich von der Lieth, in dem es über die Friedensinitiative (FI) heißt: „In Kiew oder gar Butscha würde ihnen wohl eine Tracht Prügel drohen“. Die FI sieht in diesem Leserbrief und insbesondere in seiner Veröffentlichung durch die NZ ein weiteres Indiz dafür, dass die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft zunimmt und toleriert wird. Nach Zugschaffnern, Feuerwehrleuten und medizinischem Personal trifft der Zorn derer, die zu inhaltlicher Auseinandersetzung nicht mehr fähig sind, nun die FI und ihre Mitglieder. Und die NZ unterstützt die Grenzüberschreitung zur Gewalt gegen Andersdenkende durch die Veröffentlichung eines Leserbriefes, der sich hart an der Grenze zur Volksverhetzung bewegt.
Durch diesen Leserbrief sieht sich die FI darin bestätigt, weiter dafür zu arbeiten, dass gewaltfreie Konfliktlösungen wieder Eingang in die öffentliche Debatte finden. Inwieweit es zweckmäßig ist, gegen Herrn von der Lieth mit juristischen Mitteln oder gegen die NZ durch Anrufung des Presserats vorzugehen, wird z. Zt. innerhalb der FI diskutiert.
Für die Friedensinitiative: Dr. Peter Fast
