Bad Nenndorf ist bunt – Proteste gegen Naziaufmarsch

Auch 2012 demonstrierten knapp 500 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet wieder in Bad Nenndorf. Die Polizei geleitete sie in die Stadt, da der Bahnhof blockiert war und sicherte den Marsch durch die Bahnhofstraße gegen den Protest der Anlieger.Gegen Demonstrationsauflagen verstießen die Nazis mehrfach, ohne dass die Polizei einschritt. Die nachfolgenden Bilder geben einen Eindruck von den Ereignissen.

Vor dem Wincklerbad in Bad Nenndorf, vor dem die Nazis ihre Kundgebung abhalten wollten. Die Fassade wurde durch die Bad Nenndorfer Bürgerinnen und Bürger aus Protest gegen die Nazis geschmückt. Links sieht man AktivistInnen, die sich an einer Pyramide anketteten.
Vor dem Wincklerbad in Bad Nenndorf, vor dem die Nazis ihre Kundgebung abhalten wollten. Die Fassade wurde durch die Bad Nenndorfer Bürgerinnen und Bürger aus Protest gegen die Nazis geschmückt. Links sieht man AktivistInnen, die sich an einer Pyramide anketteten.

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HAZ-Hetze oder: Die Fabrikation der Stupidität

Zwei Kommentare zur Presseberichterstattung der hannoverschen Monopolmedien rund um das Sommerbiwak 2012 und den Brandanschlag auf Bundeswehrfahrzeuge

Radiokommentar von Hubert Brieden

(Erstsendung: Radio Flora, 11.6.2012)

In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 2012 wurde in Hannover ein Brandanschlag auf Militärfahrzeuge verübt. Auf dem Gelände des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr brannten 6 LKW, 3 VW-Busse und 4 PKW. Die Täter kannten sich erstaunlich gut aus: Sie überwanden den Zaun an einer Stelle, der von den Überwachungskameras nicht erfasst werden konnte und sie schlugen exakt zu einem Zeitpunkt zu, als eine Flotte fabrikneuer Fahrzeuge für eine Nacht auf dem Platz abgestellt war. So die Presse. (HAZ-Online. 7.6.2012) HAZ-Hetze oder: Die Fabrikation der Stupidität weiterlesen

Waffenexport nach Saudi-Arabien

Testet Panzerbataillon 33 aus Neustadt-Luttmersen neue Leopard-Panzer zur Aufstandsbekämpfung?

Hubert Brieden

Die Bundesregierung ist fest entschlossen, 200 Panzer des Typs Leopard 2A7+ nach Saudi-Arabien zu liefern. 44 Stück soll das diktatorische islamistische Regime, bekannt für schwerste Menschenrechtsverletzungen und die massive Diskriminierung von Frauen, bereits gekauft haben. Die in den Rüstungsschmieden Krauss-Maffai Wegmann und Rheinmetall weiterentwickelte Ausführung des Panzers wurde im September 2011 während einer Informationslehrübung des Panzerbataillons 911 in Munster und Bergen der Öffentlichkeit vorgestellt. Was ist das Besondere an diesem 67,5 Tonnen schweren Koloss, der es dank seiner 1500 PS auf eine Spitzengeschwindigkeit von 72 km/h bringt?1 Ausgestattet wurde diese Variante des Leopard-Panzers mit einer verkürzten 120 mm Glattrohrkanone und einem vorn montierten Räumschild. Waffenexport nach Saudi-Arabien weiterlesen

Antikriegskundgebung in Neustadt-Luttmersen

Kundgebung vor der Wilhelmsteinkaserne in Neustadt-Luttmersen gegen die Verabschiedung von Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan am 24.5.2011

Am 24.5.2011 wurden in der Wilhelmstein-Kaserne in Neustadt-Luttmersen ca. 400 Soldaten des Panzerbataillons 33 und 550 Soldaten des Logistikbataillons 141 als Einheiten der 1. Panzerdivision mit einem „Appell“ in den Afghanistankrieg verabschiedet. Während des Aufmarsches wurden Soldaten durch die Verleihung der neu geschaffenen „Einsatzmedaille Gefecht“ für ihren Kampfeinsatz ausgezeichnet. Mit dieser Medaille wird das Töten im Krieg erstmals seit 1945 wieder als vorbildlich hingestellt. Der Neustädter Bürgermeister Uwe Sternbeck (Grüne) und die Bundestagsabgeordnete Caren Marks (SPD) hatten die Neustädter Bürger aufgerufen, an dieser makaberen Zeremonie teilzunehmen. Antikriegskundgebung in Neustadt-Luttmersen weiterlesen

Scharnhorstgeburtstagsfeier und Aufmarsch der Bundeswehr

Geburtshaus von Scharnhorst in Bordenau, Foto 1996
Geburtshaus von Scharnhorst in Bordenau, Foto 1996

Neustadt-Bordenau, 12. November 2010:

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts pflegen Militärs und ihre Sympathisanten in Neustadt-Bordenau (Region Hannover) mit einem Denkmal und Aufmärschen das Andenken des preußischen Heeresreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst, der hier am 12.11.1755 geboren wurde und am 28.6.1813 in Prag an den Folgen einer Kriegsverletzung starb. Scharnhorst entwickelte am Steinhuder Meer und später in Preußen seine Konzeption des Verteidigungskrieges und der Verteidigungsarmee, scheiterte aber letztlich am preußischen Obrigkeitsstaat.

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Vom Fliegerhorst Wunstorf auf die Schlachtfelder der Welt

Hubert Brieden

Ruinen in Gernika/Guernica nach dem Bombardement am 26. April 1937 durch Ju 52- und Heinkel 111-Maschinen, geflogen u.a. von Besatzungen, die auf den Fliegerhorsten Wunstorf und Langenhagen (Region Hannover) ausgebildet worden waren.
Ruinen der baskischen Stadt Gernika (Guernica) nach dem Bombenangriff der Legion Condor am 26. April 1937. Auch Besatzungen vom Fliegerhorst Wunstorf waren beteiligt.

26. April 1937: Bodenperspektiven1

„Es war ein wunderbarer (…) Tag, der Himmel war weich und klar. Wir kamen in den Vororten von Guernica gegen 5 Uhr an. In den Straßen war viel Betrieb, es war Markttag. Plötzlich hörten wir die Sirene, und wir bekamen Angst. Die Leute liefen in alle Richtungen davon und ließen alles stehen und liegen, um Schutz zu suchen. Manche rannten auch in die Berge. (…) Kurz darauf sah ich sieben Flugzeuge, auf die sechs weitere folgten, dann kamen noch einmal fünf. Alle waren Junkers-Maschinen. Unterdessen war ganz Guernica von einer Panik ergriffen. Mehr als eine Stunde blieben die Maschinen in einer Höhe von wenigen hundert Metern über Guernica, und sie warfen Bombe auf Bombe. Von dem Lärm der einstürzenden Häuser macht man sich keinen Begriff. Sie flogen über Straßenzüge hin. Sehr viele Bomben fielen. Scheinbar überall, später sahen wir die Krater. Vom Fliegerhorst Wunstorf auf die Schlachtfelder der Welt weiterlesen

Peter Schilling – Befehl, Gehorsam, Verweigerung und Zivilcourage

Am 28. Januar 2004 hielt der Wehrmachtsdeserteur Peter Schilling in der Evangelischen Fachhochschule Hannover (heute Fachhochschule Hannover Fakultät V) einen Vortrag zum Thema Befehl, Gehorsam, Verweigerung und Zivilcourage. Peter Schilling, der am 22. Juli 1923 in Lage geboren wurde, hielt noch bis ins hohe Alter Vorträge zum Thema Desertion und war in Sachen Kleinkunst unterwegs. Unter dem Pseudonym Peter d´Almere veröffentlichte er den Lieder- und Gedichtband „Sturm, Drang, Verwunderung“ und unter seinem bürgerlichen Namen die biografische Skizze „Aus anderem Holz geschnitzt“. Er starb am 20. Januar 2009 im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat Almere in den Niederlanden.

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Ein unerwünschtes Radiofeature, ein Fall von Zensur und die Folgen

14.7.2008: Funkhaus in Hannover
14.7.2008: Funkhaus in Hannover

Inhalt

Notwendige Vorbemerkung

Die Kampagne – Beseitigung eines selbstverwalteten Radiobetriebes in Hannover

Stimmen zum Radiofeature “Die Kampagne” – Briefe an die Redaktion

Erklärung der Redaktion International

Fortsetzung der Kampagne und Gegenwehr – Chronologie –

Notwendige Vorbemerkung

Im Juni 2008 entschloss sich der Arbeitskreis Regionalgeschichte zusammen mit der Redaktion International von Radio Flora ein Radiofeature zur Geschichte des ersten selbstorganisierten Bürgerradios in der Region Hannover zu produzieren. Der Grund: Das Ende von Radio Flora mit mehr als 500 Vereinsmitgliedern und 200 ehrenamtlich arbeitenden Radiomacherinnen und Radiomachern schien unmittelbar bevorzustehen, denn die Niedersächsische Landesmedienanstalt hatte sich geweigert, die Sendelizenz für Radio Flora zu verlängern. In der Öffentlichkeit wurde dies mit einer von Anfang an umstrittenen Emnid-Umfrage begründet. Wie sich bald herausstellte, ging es der Landesmedienanstalt jedoch darum, ein neues hierarchisches Radio zu konstruieren, das nicht mehr von den Radiomacherinnen selber, sondern von der Werbewirtschaft kontrolliert werden sollte. Das Radiofeature wollte an die widersprüchliche Geschichte von Radio Flora erinnern, die eng verknüpft ist mit der Bewegung der Freien Radios in Deutschland, es sollte die inneren Schwierigkeiten des selbstverwalteten Betriebes analysieren und die Methoden beschreiben, mit denen das ungeliebte Radio auf den gewünschten Kurs gedrängt wird.

Niemand konnte ahnen, welche Aufregung der Bericht von Hubert Brieden mit dem Titel „Die Kampagne – Beseitigung eines selbstverwalteten Radiobetriebes in Hannover“ hervorrufen und welche Folgen er haben würde … Ein unerwünschtes Radiofeature, ein Fall von Zensur und die Folgen weiterlesen

Eröffnung der Ausstellung „Jüdisches Leben in Neustadt am Rübenberge“

Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Jüdisches Leben in Neustadt am Rübenberge“ am 9.11.2006 in Neustadt, Schloss Landestrost

Ingrid Wettberg, Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover

Herr Bürgermeister Sternbeck,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Als ich gefragt wurde, ob ich heute aus Anlass der Ausstellungseröffnung „Jüdisches Leben in Neustadt“ eine Ansprache halten möchte, habe ich spontan zugesagt, denn ich habe eine recht lange Beziehung zu dieser Stadt.

Vor 30 Jahren zog ich mit meiner Familie aus dem Frankfurter Raum nach Hannover. Lange Zeit arbeitete ich als Dozentin hier an der VHS, nutzte die Geschäfte zum Einkaufen, Arzt und Friseur befanden sich hier und befinden sich immer noch hier so lag es nahe, dass das Stadtgeschehen mich auch interessierte.

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Öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr am 12.11.2005 in Bordenau

Traditionspflege: Bordenauer Geburtstagsfeiern

Scharnhorstdenkmal in Bordenau im November 2005
Scharnhorstdenkmal in Bordenau im November 2005

Redebeitrag des Arbeitskreises Regionalgeschichte während der Kundgebung des Antimilitaristischen Bündnisses Region Hannover gegen das Öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr am 12.11.2005 in Bordenau

Bordenau ist militärisch besetzt. Aus ganz Norddeutschland strömen reisende Uniformträger zusammen, um sich hier demonstrativ vor ausgesuchtem Publikum einem merkwürdigen militärischen Initiationsritus zu unterwerfen. „Ich bin stolz auf die Meinungsfreiheit in unserem Land“ ließ Oberst Hans-Jürgen Malirs, Leiter der Bundeswehr-Projektgruppe Bordenau angesichts der zu erwartenden Proteste kürzlich die Öffentlichkeit wissen. Oberst Marlirs zeichnet verantwortlich für die Organisation des heutigen Bundeswehr-Events. Es ist hierzulande modisch geworden, auf alles Mögliche und Unmögliche stolz zu sein. Aber, wie lautet ein altes Sprichwort: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Und es zeugt schon von einer gehörigen Portion Ignoranz, wenn der Funktionär einer militärischen Organisation, die durch und durch hierarchisch aufgebaut ist, in der demokratische Rechte nicht existieren, stolz ist auf die Meinungsfreiheit. Was die deutsche Armee unter Meinungsfreiheit versteht, demonstriert sie hier in Bordenau wirklich anschaulich. Teile des Dorfes wurden zur Sondernutzungszone der Bundeswehr erklärt. Öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr am 12.11.2005 in Bordenau weiterlesen